Jetzt haben die irrsinnigen Bewertungen auch die Altenheime erreicht. Mit Symbolen, Kreisen, Punkten und Quadraten ist noch die letzte Transparenz dahin. Und die wirklichen Mängel kann man nicht mehr anzeigen.

Das neue Bewertungssystem für Altenheime ist ein Beispiel dafür, wie im bürokratischen Meinungsbildungsprozess zu viele Köche den Brei verderben. Anders als versprochen wird es künftig für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen nämlich nicht einfacher, sich ihren Weg durch den Heim-Dschungel zu bahnen.

Stattdessen wird es komplizierter. Im alten Bewertungssystem bekam jedes Heim eine Schulnote, die jeder auf den ersten Blick verstehen konnte. Jetzt aber gibt es ein neues Bewertungssystem. Es besteht aus einer Reihe von Symbolen, aus Kreisen, Punkten und Quadraten, und man muss sich erst einmal einarbeiten, um es zu verstehen.

Dabei waren die Schulnoten doch nie das Problem. Der alte Pflege-TÜV krankte daran, dass die Noten nicht die tatsächliche Leistung der Heime widerspiegelten. Selbst Einrichtungen mit großen Defiziten bei der medizinischen Versorgung der Heimbewohner bekamen am Ende eine gute Gesamtnote, weil sie die Mängel bei Grundaufgaben der Pflege mit vergleichsweise Nichtigem wie gepflegten Grünanlagen ausgleichen konnten.